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    Institut für Anorganische Chemie

    Ein engagierter Kämpfer für die Uni

    25.09.2009

    Mit einem Festakt in der Neubaukirche hat die Universität Würzburg ihren Präsidenten Axel Haase verabschiedet. Dessen Amtszeit, die am 30. September endet, war von zwei extrem gegensätzlichen Prämissen geprägt: Kürzung und Ausbau.

    Ein Geschenkkorb zum Abschied (v.l.): Der amtierende Kanzler Dr. Uwe Klug, Unipräsident Axel Haase und dessen Ehefrau Ulrike. (Foto Gunnar Bartsch)

    Ein Geschenkkorb zum Abschied (v.l.): Der amtierende Kanzler Dr. Uwe Klug, Unipräsident Axel Haase und dessen Ehefrau Ulrike. (Foto Gunnar Bartsch)

    Axel Haase dürfe sich gerne auch „Axel der Große“ nennen. Zumindest, wenn man an ihn den gleichen Maßstab anlegt, mit dem man in früheren Zeiten die Leistungen von Fürsten oder Königen beurteilt hat. Deren Ansehen wuchs nämlich proportional zu ihren Erfolgen auf den Gebieten „das Herrschaftsgebiet vergrößern“ oder „Prachtbauten in Betrieb nehmen“. „Herr Haase: Auf diesen Gebieten sind Sie spitze!“

    Der Dank der Dekane

    Das zumindest findet Professor Hans-Peter Krüger, Dekan der Philosophischen Fakultät II der Universität Würzburg. Als Vertreter aller zehn Dekane der Uni hielt Krüger eine Ansprache während des Festaktes in der Neubaukirche und dankte Haase für dessen Arbeit in den vergangenen sechs Jahren.

    In dieser Zeit hat die Uni Bauinvestitionen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro getätigt – das Universitätsklinikum nicht eingerechnet – und sein Gebiet um 39 Hektar auf das Leighton-Areal erweitert. Leistungen, die von Haases Nachfolgern wohl so schnell nicht zu übertreffen seien, sagte Krüger.

    Axel Haases Lebenslauf

    Axel Haase wurde am 6. April 1952 in Hof an der Saale geboren. Er studierte von 1972 bis 1977 Physik an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Gießen. Als Promotions-Stipendiat war er von 1978 bis 1980 am Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen tätig.

    Nach der Promotion 1980 an der Uni Gießen absolvierte er seine Postdoc-Zeit an der Universität Oxford in England sowie am Göttinger Max-Planck-Institut. Dort war Haase von 1983 bis 1989 auch als Assistent in der Forschergruppe „Biomedizinische NMR“ tätig. 1987 habilitierte er sich für das Fach Biophysikalische Chemie an der Uni Frankfurt und wechselte schließlich nach Würzburg, wo er von 1989 an den Lehrstuhl für Experimentelle Physik V (Biophysik) inne hatte. Seit dem 1. Oktober 2003 war Haase Präsident der Universität.

    Eine Amtszeit mit zwei unterschiedlichen Hälften

    Seine Amtszeit sei in zwei sehr unterschiedliche Hälften zerfallen, sagte Vizepräsident Wolfgang Schneider in seiner Begrüßung. Am Anfang stand ein „problematischer Einstieg“ mit Haushaltskürzungen und Stellenstreichungen durch den Freistaat Bayern. Haase habe darauf schnell reagiert: Aus einer Stärken- und Schwächen-Analyse sei ein Optimierungskonzept hervorgegangen, das das Profil der Universität geschärft habe.

    In der zweiten Hälfte hieß das Motto dann „Ausbau“. „Als die amerikanischen Streitkräfte ihren Abzug aus Würzburg bekannt gegeben hatten, hat Axel Haase schnell die Initiative für die Erweiterung der Universität ergriffen“, sagte Schneider. Dank vielfältiger Unterstützung sei es gelungen, diesen Plan erfolgreich in die Tat umzusetzen: Seit dem 1. September ist die Universität Würzburg offiziell Nutzerin von 39 Hektar auf dem Leighton-Gelände. „Eine gute Basis, auf der die neue Hochschulleitung aufbauen kann“, wie Schneider sagte.

    Die gesamte Hochschullandschaft im Blick

    Der Präsident einer Universität sollte nicht nur die Interessen seiner eigenen Hochschule im Auge haben; er muss auch einen Blick für die Hochschullandschaft in seinem Bundesland, wenn nicht in ganz Deutschland, haben. Haase habe diese Landschaft während seiner Amtszeit entscheidend mitgeprägt – sagte Godehard Ruppert, Präsident der Universität Bamberg, der auf dem Festakt jedoch in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Universität Bayern e.V. sprach.

    Der Universität Bayern e.V.

    Diesen Verein haben die Präsidenten und Rektoren der neun bayerischen Universitäten im Jahr 2003 ins Leben gerufen als Reaktion auf die angedrohte Kürzung der Mittel um 15 Prozent durch den damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber. Nach einer „schonungslosen Analyse ihrer Stärken und Schwächen“, habe die Gruppe ein wegweisendes Konzept für die zukünftige Entwicklung ihrer Universitäten verabschiedet. „Wir haben den Standort Bayern aus eigener Kraft und in Eigenregie an die Erfordernisse der Zukunft angepasst und damit Geschichte geschrieben in Deutschland“, sagte Ruppert.

    Axel Haase habe dabei immer ausgewogen die Interessen der eigenen Universität und die der bayerischen Hochschullandschaft verfolgt, so Ruppert. Er sei ein „anerkannter Gesprächspartner und entscheidender Akteur“ im Universität Bayern e.V. gewesen und habe durch sein Engagement bei der Gründung der Bayern Patentallianz entscheidend zu deren Erfolg beigetragen. „Hier hat jemand beachtliche Spuren hinterlassen. Axel Haase hat mit seinen Leistungen und Weichenstellungen ein Platz im Universität Bayern e.V. verdient“, so Ruppert.

    Dank von Stadt und Land

    Grüße und ihren Dank überbrachten außerdem die Präsidentin des bayerischen Landtags, Barbara Stamm, und der Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Georg Rosenthal. Haase habe frühzeitig den Ausbau der Universität in Angriff genommen und „unbeirrt und mit Nachdruck die Erweiterung verfolgt“, so Barbara Stamm. Für seinen großen Einsatz für die Forschungs- und Wissenschaftsregion Unterfranken gebühre ihm großer Dank. Unter seiner Leitung habe sich die Universität dynamisch entwickelt, „davon profitiert auch die Stadt Würzburg“, so Georg Rosenthal. Dank seines Einsatzes habe die Uni überproportional vom Ausbauprogramm des Freistaats Bayern profitiert – dafür „der herzliche Dank im Namen der Stadt“.

    Zurück in die Wissenschaft

    Eine Brücke in die Zukunft schlug der Medizintechniker Professor Willi Kalender von der Universität Erlangen-Nürnberg. Haase wird nach dem Ende seiner Amtszeit an der Universität Würzburg an die Technische Universität München gehen und dort wieder als Wissenschaftler auf seinem Gebiet, den bildgebenden Methoden der Magnetresonanztechnik, forschen.

    Kalender wird dann sein Konkurrent sein: Er forscht daran, mit Hilfe der Computertomographie – also mit Röntgenstrahlen anstelle von Magnetfeldern – immer bessere Bilder aus dem Körperinneren zu gewinnen. Welche beachtlichen Erfolge damit in den vergangenen Jahren erzielt werden konnten, stellte Kalender in seinem Festvortrag vor.

    Beschwingte Töne auf der Orgel gaben dem Festakt in der Neubaukirche einen heiteren Rahmen: Dr. Lilo Kunkel präsentierte „Swinging Pipes“ – Jazz auf der Pfeifenorgel, von ihr selbst arrangiert und interpretiert.

    Links:

    Das Grußwort von Vizepräsident Wolfgang Schneider (PDF, 86 kB)

    Die Ansprache von Dekan Hans-Peter Krüger (PDF, 78 kB)

    Von Gunnar Bartsch

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